Schöne Zähne
Die Zähne eines Babys entwickeln sich schon im Mutterleib: Etwa von der sechsten Schwangerschaftswoche an entstehen in der Anlage des Kiefers die Zahnkeime, „Gussformen“ für die Zähne, die nun im Kiefer wachsen und vom vierten Schwangerschaftsmonat an "mineralisiert" werden. Das bedeutet, dass die Zahnhartsubstanzen, das sind Schmelz, Zahnbein und Zahnzement (Siehe „So sind Zähne aufgebaut“), in die „Gussformen“ eingelagert und nach und nach durch Zusatz von Calcium gehärtet werden.
Bei der Geburt des Babys sind alle Zähne im Kiefer bereits angelegt. Vom sechsten Lebensmonat an kann mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne gerechnet werden.
Obwohl in der Mundhöhle sichtbar, sind die Zähne noch lange nicht voll ausgebildet, denn die Zahnwurzeln brauchen für ihre Entwicklung zwei bis drei Jahre Zeit.
Ein Milchgebiss hat insgesamt 20 Zähne - in Ober- und Unterkiefer je vier Schneidezähne, zwei Eckzähne und vier Backenzähne. Sie brechen meist in einer bestimmten Reihenfolge durch (siehe Grafik):
• Zwischen dem sechsten und dem achten Lebensmonat erscheinen die beiden mittleren Schneidezähne im Unterkiefer, ihnen folgen in der Regel die beiden mittleren Schneidezähne im Oberkiefer.
• Zwischen dem achten und dem 12. Monat brechen die äußeren Schneidezähne im Oberkiefer durch, dann jene im Unterkiefer.
• Zwischen dem 12. und dem 16. Monat erscheinen die beiden vorderen Backenzähne, die Milchmolaren, erst im Oberkiefer, dann im Unterkiefer.
• Die Eckzähne folgen zwischen dem 16. und dem 20. Monat - erst im Oberkiefer, dann im Unterkiefer.
• Zwischen dem 20. und dem 30. Lebensmonat vervollständigen die beiden hinteren Backenzähne im Unterkiefer, danach die beiden hinteren Backenzähne im Oberkiefer das Milchgebiss.
Natürlich gibt es Ausnahmen von dieser Regel: Caesar und Napoleon hatten angeblich bei ihrer Geburt bereits ihren ersten Zahn. In Hamburg wurde 1961 ein Baby mit neun Milchzähnen geboren. Es gibt aber auch Kinder, bei denen sich die ersten Zähne erst zeigen, wenn sie schon zehn oder 12 Monate alt sind. Oder der letzte Zahn wird erst sichtbar, wenn ein Kind 32 oder 33 Monate alt ist. Die für den Durchbruch der Milchzähne angegebenen Zeiten sowie die vorgestellte Reihenfolge sind Durchschnittswerte, von denen es natürlich Abweichungen geben kann. Werden die Zeiten nur geringfügig unter- oder überschritten, muss dies nicht unbedingt Anlass zur Sorge sein. Grundsätzlich sind Mädchen in ihrer körperlichen Entwicklung - so auch beim Durchbruch der Zähne -schneller als Jungen.
Sie sollten mit Ihrem Kind zum Zahnarzt gehen, wenn der erste Zahn nach zwölf Monaten noch nicht da oder das Milchgebiss nach 33 Monaten noch nicht komplett ist.
Das Dauergebiss, einschließlich der vier Weisheitszähne, umfasst 32 Zähne, die vom sechsten Lebensjahr an durchbrechen (siehe Grafik links). Bevor der erste Milchzahn ausfällt, rücken die Zähne auseinander, um Platz für die nachfolgenden, deutlich größeren bleibenden Zähne zu machen. Dann brechen zu den Milchzähnen die ersten bleibenden Zähne, die „Zuwachszähne“, in die Mundhöhle durch. Der erste Zuwachszahn ist der Sechs-Jahr-Molar, ein großer Mahlzahn. Er erscheint zwischen dem sechsten und dem achten Lebensjahr hinter dem letzten Backenzahn des Milchgebisses.
• Die Milchzähne, die zwischen dem siebten und neunten Lebensjahr ausfallen, um von bleibenden Zähnen ersetzt zu werden, sind in der Regel die mittleren oberen oder unteren Schneidezähne.
• Die bleibenden seitlichen Schneidezähne brechen zwischen dem achten und zehnten Lebensjahr durch. Ihnen folgen im zehnten bis 13. Lebensjahr die Eckzähne, im Unterkiefer deutlich früher als im Oberkiefer, danach die vorderen Backenzähne, die Prämolaren.
• Zwischen dem 12. und dem 14. Lebensjahr erscheinen hinter den Prämolaren dann die 12-Jahr-Molaren, ebenfalls Zuwachszähne.
• Die Weisheitszähne folgen vom 17. Lebensjahr an; ihr Durchbruch kann sich oft sehr hinziehen und ist manchmal auch mit Schmerzen verbunden.
Wie bei den Milchzähnen sind die hier aufgeführten Zeiten nur als Durchschnittswerte zu verstehen. Werden die Zeiträume aber deutlich überschritten, sollte ein Zahnarzt die möglichen Ursachen abklären. Vielleicht hat sich ein bleibender Zahn verlagert, das heißt, er liegt schief im Kieferknochen und kann deshalb nicht durchbrechen. Manchmal sind bleibende Zähne auch nicht angelegt. In diesem Fall sollte ein Zahnarzt prüfen, ob die bestehende Lücke gefüllt werden muss. Sicher haben Sie sich schon gefragt, warum die ausgefallenen oder selbst gezogenen Milchzähne keine Wurzeln haben. Die Antwort: Der unter dem Milchzahn wachsende bleibende Zahn frisst die über ihm liegende Milchzahnwurzel auf dem Weg in die Mundhöhle regelrecht auf, wodurch der Milchzahn zunehmend lockerer wird und schließlich ausfällt. Ein Milchzahn, der wegen starker Karies oder anderer Krankheiten frühzeitig gezogen werden muss, hat dagegen eine lange, sehr gekrümmte Wurzel.